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 Beschreibung des Kunden:

Nun ein paar Erläuterungen zu meinem Eigenbau:


Schon zwei oder drei Jahre vor meinem Selbstbau einer Reith-Endstufe hatte ich ein Paar Manger-Lautsprecher analog ZB109 in einem primitiven Experimentalgehäuse aufgebaut. Diese Lautsprecher liefen passiv an einem Röhrenvollverstärker Lectron JH30, also einem Modell aus der Schule Jean Hiragas. Mit dieser Röhre klangen die MSW schon sehr nett. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass dieser Wandler in der Tat auch an Röhren eine gute Figur macht.

Ein Freund, der einen sehr viel mehr "technisch-fachmännischen" Zugang zur Materie hat als ich, hat mir dann seinen ersten Grundaufbau einer Reith-Endstufe mitgebracht und mir die Grundzüge der Schaltung erläutert. Ich habe mir den Verstärker - an der passiven Experimentalbox - einige Tage angehört und war begeistert. Natürlich ist das Grundkonzept eine ganz andere Welt als die Hiraga-Röhre. Heute genieße ich dieses Mehr an Dynamik, an Detailauflösung, Präzision oder auch einfach an Druck - ohne das Gefühl zu haben, ich wäre einen faulen Kompromiß eingegangen. Ohne dass mir etwas der alten Röhre fehlen würde. In manchen Momenten war natürlich die Röhre stimmungsvoller, man könnte sie für einfühlsamer halten. Dafür belohnt mich die Reith-Endstufe mit ihrer Neutralität, ihrer lässigen Dynamik und mit ihrer beeindruckenden Auflösung klanglicher und räumlicher Details.
Vielleicht stimmt es doch was viele sagen: Daß gerade der MSW nach einer flinken und kräftigen, dabei neutralen und sauberen Endstufe verlangt. Ich bin jedenfalls mit dieser Kombination äußerst zufrieden. Nachteile mancher Transistorschaltungen - leichte Unsauberkeit, mangelnde Homogenität, emotionale Unstimmigkeit sozusagen - zeigt die Reith-Endstufe nicht im Ansatz. Sie bildet auch komplexe Szenarien und nach Druck verlangende Musik schlichtweg lässig und treffend ab. Gleichzeitig kann sie auch kleinere Besetzungen sehr stimmig und sozusagen gemütvoll in den Raum stellen.

In der Gesamtschau der Parameter Klangverhalten, Einbauvolumen, Wärmeabführung, und finanzieller Aufwand scheint mir die Reith-Endstufe unschlagbar gut und günstig.

Die Reith'sche Endstufe bot sich geradezu an für meine Idee, eine vollaktive Mangerbox wohnzimmertauglich zu gestalten. Der Verstärker läßt sich enorm platzsparend und thermisch unproblematisch aufbauen. Ich habe in der ersten Planungsphase eine CAD-Software genutzt, um Platzangebot, Wandlervolumina und äußere Erscheinung der Box abzustimmen. In dieser Zeit habe ich die Reith-Schaltung auch mit anderen Konzepten (THEL, SAC) verglichen, was die Einbaumöglichkeiten angeht. Die Reith-Platine ließ sich extrem unproblematisch ins Gehäuse integrieren, wie auf manchen Bildern auch zu sehen ist. Meine rund 100 cm hohe Säule beinhaltet standardmäßig vorgesehene Volumina für MSW und MTC von Manger - und hält noch reichlich Raum bereit, um neben dem Power Amp bedarfsweise auch allerlei Sekundär-Schaltungen zu integrieren (Autostart, Softstart, Weichenplatinen, Netzfilter oder ähnliches). Auch könnte man den mechanischen Aufbau der Kiste noch wesentlich verstärken (Versteifungen, Sandfüllung, pp.), ohne die vorliegende Außengröße zu überschreiten. Eine nennswerte Reduzierung der Außenabmessungen macht aber wegen der Baubreite des MSW keinen Sinn.
Mein LS-Gehäuse besteht aus 25-mm-MDF, mit Zebrano funiert und vom Tischler auf Gehrung verleimt. Der Sockel ist aus 30-mm-MDF. Oberflächenbehandlung, Fräsarbeiten sowie den Innenausbau (Trennwände, Filzplatten, Bedämpfung, Verkabelung) habe ich dann selbst besorgt.

Ich habe die Schaltung von Hubert Reith mit dem vorgesehenen Standard-Operationsverstärker realisiert, dem OPA 604. Alle Widerstände sind als 1%-Metallfilmwiderstände ausgeführt. Dies gilt auch für R131, R231 - hier sollte unbedingt ein Metallfilm (statt Drahtwiderstand) zum Einsatz kommen, um Überschwinger an den Schaltflanken zu vermeiden.

Die Leistungstransistoren sind auf der Unterseite der Platine eingelötet. Ihre Gehäuse sind auf einem Adapterblech montiert (im Bild Alu natur). Die Platine ist mit passend langen Bolzen auf der Gehäuseplatte verschraubt. Für dieses Konzept sind die Lötfahnen der Transistoren exakt lang genug. Auf diese Weise kann ich die gesamte Platine zu Servicezwecken samt Abstandsbolzen und Adapterblech von der Gehäuseplatte abnehmen. Die ohnehin schon geringe Verlustleistung wird elegant über die Adapterplatte in die Gehäuseplatte abgeführt. Sie wird dabei maximal handwarm.

Ebenfalls auf der Gehäuseplatte verschraubt ist eine Abdeckhaube aus 1-mm-Alu, die auf der Innenseite den gesamten Schaltungsaufbau mit Eingangsbuchse und Filter (Weiche) abdeckt. Sie ist wegen der EMV-Strahlungen zwingend empfehlenswert - und zur mechanischen Bedämpfung natürlich mit Bitumenpappe beklebt. Die Gehäuseplatte beherbergt ansonsten die klassische Cinchbuchse sowie die Netzversorgungsbuchse mit Sicherungshalter und beleuchtetem Schalter. Dieses Modul ist mit der Außenfläche bündig eingefräst. Alle Verschraubungen in der außen sichtbaren Gehäuseplatte sind entweder bündig versenkt oder enden stumpf mit dem Gewinde. Was nicht schwarz wie die Platte war, wurde ganz profan mit Edding bemalt ;)

Der Trafo ist auf der Bodenplatte montiert, die sich ebenfalls leicht (nach unten) abnehmen läßt. Der Trafo ist dabei mit Bitumenpappe elastisch gelagert, seine Befestigungsmutter ist selbstsichernd, für die knickfreie Kabelführung ist die Bodenplatte leicht abgefräst. Alle Netzkabel sind geschirmt, die Abschirmung ist einseitig angelötet. Also am Trafo nicht, am Anschlußterminal doch. Entsprechend geht es weiter: In der Zuleitung ist die Abschirmung geräteseitig offen, am Netzfilter aber auf Schutzerde gelegt. Als Netzfilter ist pro Kanal ein Audio Agile Typ Clear 2 eingesetzt.

Alle Anschlüsse sind so ausgelegt, dass sie einerseits keine unnötigen Steckverbindungen haben, aber trotzdem zu Servicezwecken leicht gelöst werden können. Der LS-Anschluß erfolgt über Kabel vom Typ Straight Wire Waveguide #8. Dieses Kabel ist zwar äußerst unflexibel und daher im Handling nicht sehr angenehm. Ich hatte das Kabel aber übrig und wollte auf bekanntes vertrauen. Das NF-Signal wird von Buchse bis Filter durch versilberte Van-den-Hul-Litze geführt, ich glaube der Typ ist CS-16.

Wie ich erfahren habe, verdient die Abstimmung der Reith'schen Aktivweiche einige Aufmerksamkeit. Ich habe hier ein Original-Reith-Modul (Filter Manger 109-300D) verwendet. Dieses Konzept trennt den MSW weiter oben vom TT als die bisherige Manger-ZB109-Passivweiche. Nachdem mir zuerst ein falsches Lautstärkepoti (100k log) und ein zu hochkapazitatives NF-Kabel den Klang geradewegs versaut hatten, mußte ich deutlich nachbessern. Das Poti ist ausgetauscht gegen 10k log, das Kabel ebenfalls gewechselt. Die Weiche habe ich anschließend auf einen schlankeren Grundton abgestimmt (Variante Manger 109-300) - R110, R111 = 12k. Obertöne kommen jetzt wesentlich frischer und agiler, der Baß erheblich knackiger. Aktuell experimentiere ich noch damit, die original integrierte TT-Entzerrung signifikant zu verschlanken. Ich möchte erreichen, dass nur noch der Tiefbaßbereich nach unten erweitert wird, aber keine Anhebung der Pegelspitze im Baß (rd. 40 bis 80 Hz) mehr stattfindet - der Frequenzverlauf des nackten TT-Chassis insofern also unberührt bleibt. Hierzu könnte man R133, R133a von 220k auf 120k ändern - oder auf 180k ändern und gleichzeitig C133 von 68nF auf 33nF ändern. Irgendwo in diesem Bereich werde ich wohl landen. Der Tieftöner (MTC) ist von Hause aus eigentlich knochentrocken und rabenschwarz, niemals aufgedunsen oder zu fett. Diesen Charakter möchte ich trotz bzw. mit der Entzerrung beibehalten und nach unten erweitern. Das läßt sich mit den serienmäßigen Stecksockeln im Filter bestens bewerkstelligen. Derlei Abstimmungen sind natürlich immer abhängig von der bevorzugten Musik, verwendeten Kabeln und den Raumeigenschaften.

Für diese Versuche ist natürlich der auf der Reith-Website bereitgestellte Weichenrechner eine vorzügliche Hilfe. Wie ich überhaupt von der After-Sales-Betreuung durch Herrn Reith mindestens ebenso begeistert bin, wie vom Produkt an sich!

Für die Zukunft plane ich, statt des Primare V20 einen PC als einzige Quelle zu verwenden. Er soll Musik unkomprimiert auf CD-Niveau als .WAV bereithalten und außerdem alle anderen Formate (DVD, MP3, DVB-T, DAB, Analogradio - immer updatefähig) zur Verfügung stellen. Direkt vom Front Side Bus des Rechners aus möchte ich über Firewire einen DA-Wandler (Typ Terratec Phase24) ansteuern, der dann neben der Wandlung die Pegelstellung erledigt (außerhalb des Rechners!) und die Endstufen direkt antreibt. Dieser DA-Wandler wird herkömmlich als Soundkarte installiert, aber eben extern positioniert. Er dürfte die kürzeste Verbindung vom digitalen Medium zur Endstufe darstellen. Er dürfte auch mit seiner aktiven Ausgangsstufe wesentlich besser die Endstufe antreiben, als das nackte Poti am CD-Spieler. Dank TFT-Display (zur Bedienung) und HDTV-Beamer (für TV-Inhalte) wird er auch einen optimalen Bedienungs- bzw. Betrachtungskomfort bieten.

Mein Fazit:
Selbst ich als technischer Laie und DIY-Novize konnte die Reith-Endstufe relativ problemlos aufbauen und in ein äußerst sinnvolles Gesamtkonzept integrieren. Die Endstufe ist ein idealer Spielpartner für den Manger-MSW und paßt hervorragend zur ZB 109. Auch als ehemals eher "esoterisch" angehauchter High-End-Konsument (Hiraga-Class-A, Hiraga-Röhre, Podszus-Görlich und so fort) bin ich von der Reith'schen Class-D-Endstufe vollauf begeistert.

Noch zwei Tips an andere Bastel-Anfänger:
1. - Niemals nie bleifreies Silberlot verwenden. Es muß stinken und in der Nase wehtun und es darf kein Silber enthalten - sonst wirds nichts ;) An Silberlitzen mag das Zeug seine Berechtigung haben, auf der Platine hat's aber absolut nichts zu suchen!
2. - Und noch weniger niemals nie silberhaltige Wärmeleitpaste verwenden. Ist zwar beim PC sehr angesehen, macht aber an Transistoren fiese Kurzschlüsse gegen Masse...



 
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