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 PowerAmp & dspModul



 Beschreibung des Kunden:

Umbau meiner Concorde Mk 3 auf teilaktiv mit Power-Amp und DSP der HifiAkademie


Lautsprecher:

Seit einigen Jahren besitze ich die selbstgebaute Concorde Mk3 mit einer für meinen Raum optimierten Weiche, ausschließlich mit Folienelkos und Luftspulen (bis auf die Impedanzkorrektur) bestückt.Diese Boxen haben geringe Verzerrungen auch bei hohen Pegeln, eine live-haftige Darstellung und gute Räumlichkeit. Die Box ist im Bauvorschlag für Bassreflex ausgelegt. Mir hat das schon bei früheren Boxen in diesem Raum nicht gefallen, daher wurden sie geschlossen gebaut. Spätere Messungen bestätigten die Richtigkeit dieser Maßnahme.

Mehr zu den Lautsprechern findet man hier:

http://www.visaton.de/de/bauvorschlaege/3_wege/concorde_mkiii/index.html


Kabel:

Als Lautsprecherkabel verwende ich das Sommer-Cable Elephant SPM 425 mit 4x2,5 mm²,

Schnickschnack oder selbstgeflochtenes wollte ich nicht.

Terminals verwende ich nicht, die Kabel werden an die Weiche gelötet und zugentlastet.

Verstärker:

Ich verwende zwei Poweramp- Stereoendstufen mit zwei DSP-Modulen in einem Gehäuse, kein Eigenbau. So habe ich die Möglichkeit, aktiv zu trennen und jede Box individuell in Bezug auf Raummoden zu entzerren. Die Flachkabel mit den PC-Interfaces habe ich durch 2 Schlitze im Gerätedeckel nach oben geführt. Dort kann der Laptop jederzeit angeschlossen werden.

Die Rotel-Vorstufe und der Cd-Player werden weiter betrieben.


Hörvergleich:

Ein Hörtest der noch passiven Concorde mit direktem Umschalten ergab, dass die HA-Endstufe der sehr guten Rotel RB 1080 zumindest ebenbürtig ist, vielleicht sogar eine Spur sauberer im Hochton. Dies ist aber nur im direkten Vergleich hörbar. Beim Blindtest würde ich wohl "versagen" Ich bin der festen Überzeugung, dass Klangunterschiede bei Transistorverstärkern nicht hörbar sind, wenn sie sauber gebaut sind und nicht überlastet werden.

Generell bin ich voodooresistent aus Erfahrung.

Die deutlich geringere Abwärme und niedrigere Stromkosten.sind weitere Vorteile. Der Rotel wurde trotz guter Lüftung etwa 50 Grad warm am Gehäuse, der Power-Amp nur 25-30 Grad.

Durch die Teilaktivierung entfallen alle Weichenteile im Tiefton sowie der Hochpass im Mittelton.


Raum:

Die Lautsprecher stehen asymmetrisch, da es aus verschiedenen Gründen nicht anders geht. Der linke steht ecknah mit etwa 1m Abstand, rechts hat der Raum nur eine "kurze" Ecke, da hier der Durchgang zum Essbereich ist. Der Raum ist etwas verwinkelt, hat 45 m² und eine schräge Holzdecke bis 4,5 m Höhe, die akustisch günstig ist.

Die Raumakustik wurde schon verbessert durch 2 Plattenschwinger, eine abgehängte Akustikdecke über den Boxen und 8 poröse, transportable Absorber. Mehr war in einem Wohnzimmer nicht machbar

Trotzdem hörte ich immer die Raumresonanzen heraus, andere hielten mich für verrückt, "das klingt doch super, ich höre nichts". Anscheinend wird das Gehör "geeicht" auf diese Fehler und man hört dies immer wieder heraus.

Die Moden wurden bereits durch Messung am Hörplatz ermittelt. Besonders die 58 und 100 Hz führten zu einem überzogenen Bass und Dröhnen bei Männerstimmen.

Die Raumresonanz bei 29 Hz stört weniger, sie verbessert sogar die Wiedergabe der tiefsten Frequenzen. Sie bringen bei lautem Hören den Hörsessel in fühlbare Schwingungen, nicht nur zum Vibrieren, es wackelt. Auch die Galerie über den Boxen schwingt fühlbar.

Simulation und Messung:

Visaton bietet ein kostenloses Simulationsprogramm an, mit dem ich viel arbeite und schon einige Boxen entwickelte und baute. Ich plante zu Beginn die Übertragung der Boxsim-Daten in das DSP, um die Boxen abzustimmen.. Dies ist manuell möglich, wurde aber aufgegeben, da das Ergebnis nicht überzeugte.

Für die Optimierung der Phasenbeziehung Tieftöner-Mitteltöner war Boxsim jedoch optimal.

Eine Messung am Hörplatz mit Arta ermöglichte eine exakte Messung und einfachen Import in die DSP-Software. Ich empfehle bei einer Aktivierung diese Vorgehensweise, sonst verschenkt man Potential.

Abstimmung:

Die Trennfrequenz von 300 Hz sollte erhalten bleiben bei einer Steilheit von 24 dB/Okt.

Die Phasenbeziehung TT-MT wurde durch die Allpassfunktion optimiert und der MT/HT-Zweig mit einem Delay beschaltet, um die Geometrie zum Hörplatz auszugleichen. Laut Simu ist der HAT in der aktiven Version zu laut. Daher wurde der Widerstand im MT-Zweig entfernt.

Klang:

Die aktive Version klingt auch ohne EQ etwas sauberer im Bass und deutlich klarer im Mittelton. Mit EQ sind alle Resonanzen, die mich früher störten, unhörbar. Es klingt sauberer und "harmonischer". Alles ist ohne Verfärbung, Schlagzeug klingt knackig und sauber, drückt schön auf die Brust, Höhen sind nicht übertrieben und glasklar. Besonders fällt die gute Durchhörbarkeit auf, auch bei lauten und komplexen Titeln, sowie eine sehr gute Verständlichkeit der Stimmen.Ortung und Räumlichkeit sind hervorragend. Tiefton ist für Stereo völlig ausreichend, nach unten gibt es kein Halten, 30 Hz sind körperlich spürbar.


Frequenzgang:

Laut Literatur ist ein am Hörplatz leicht fallender Frequenzgang zum Hochton hin anzustreben. Es besteht aber keine Einigkeit, wie stark der Abfall sein soll und wo er beginnt.

Eine der empfohlenen Einstellungen, die mir gut gefiel, ist bis 1000 Hz linear und darüber bis 10000 Hz eine um 3 bis 5db abfallende Gerade anzustreben.

Eine Empfehlung von Harman Kardon, ab 20 Hz bis 20000 Hz einen linearen Abfall von etwa 8 dB anzuwenden, fand ich zu basslastig.

Am besten gefiel mir ein Vorschlag von S. Linkwitz. Er empfiehlt, den Frequenzgang so einzustellen, dass er bis 500 linear ist, dann zunehmend abfällt mit Scheitelpunkt bei 2500, dann wieder bis 10 000 linear wird. Etwa mit 3-4 dB Abfall in diesem Bereich. Details hierzu findet man im unten erwähnten thread

Es ist hörbar besser. Es klingt freier, weniger verdeckt und brillanter. Und vor allem angenehmer, weniger hart und weniger nervig. Linkwitz schreibt auch, dass die BBC das so macht, als "de-esser". Als Begründung nennt er:

"Wenn der Schall aus einem Winkel von 30 Grad zum Ohr gelangt, wird ein gerader Frequenzgang als schrill empfunden, da diese Frequenzen unter Winkel vom Gehör lauter empfunden werden".

Nachdem ich auf Grundlage der Messung und langer Hörversuche (etwa 50 Einstellungen) die Frequenzgänge jeder Box optimiert habe, wurden beide Boxen auf größtmögliche Übereinstimmung gebracht. Diese Feinabstimmung habe ich mit den 1/1 geglätteten Frequenzgängen gemacht. So sieht man die Tendenz der Abstimmung am besten, bei 1/48 erkennt man das durch die Welligkeit nicht.

Beide Kurven unterscheiden sich kaum, ab 1000 sind sie praktisch gleich. Die Ortung ist jetzt hervorragend. Schon vor dieser Feinoptimierung lag die Paargleichheit bei etwa 90%, ein sehr guter Wert.

Unterschiede im Bereich um 100 Hz und darunter liegen an der asymmetrischen Aufstellung, sie stören aber nicht. Im Tiefbass sind sie völlig unkritisch.

Insgesamt habe ich pro Box

1 Hochpass als Subsonic

2 Hochpässe

2 Tiefpässe

2 Bassregler

1 Höhenregler

12 Equalizer gesetzt


Fazit:

Durch die Teilaktivierung und DSP habe ich einen deutlich besseren Lautsprecher erhalten. Das war eine sehr gute Investition! Es hat etwas gedauert und manchmal hatte ich leichte Verzweiflungsanfälle mit den vielen Einstellungsmöglichkeiten, aber jetzt bin ich völlig zufrieden. Ich habe schon viele, auch deutlich teurere Lautsprecher gehört, aber keiner übertraf meine "Kombination", wozu die Komponenten der HiFiAkademie wesentlich beigetragen haben. Vor allem die Speicherung der Einstellung mit Umschaltung für den Hörvergleich ist genial. Der gute Klang, geringer Platzbedarf und minimale Wärmeabgabe sind lobenswert. Ein Wolf im Schafspelz.:-)

Inzwischen hatte ich mehrere Testhörer aus dem Visaton-Forum, die sich alle sehr positiv äußerten.

Mein Bericht zur Aktivierung mit allen Details ist nachzulesen unter:

http://www.visaton.de/vb/showthread.php?t=21058



 
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